Wie mach ich mit?


Nichts leichter als das, auch ohne großen Aufwand. Ein kleiner Hinweis auf der Website oder an der Kasse und der Besucher kann sich mit seinem eigenem Tablet oder Smartphone bzw. einem Leihgerät vom Museum in die Ausstellung begeben und drauflosmalen. Wir haben das gleich mal in der Ausstellung „Münchner Kaiserburg“ im Alten Hof getestet und die Skulptur von Ludwig dem Strengen auf dem iPad skizziert. Achtet doch mal auf den Stift: Das ist ein spezieller Pinsel fürs Tablet, der einem beinahe ein Gefühl wie beim echten Malen vermittelt. Aber es geht auch ganz ohne Schreibgerät - einfach mit dem Finger.

                     

Natürlich lässt sich die Aktion aber auch einwandfrei ins Vermittlungsprogramm integrieren: So ruft etwa das Museum für Hamburgische Geschichte gerade im Rahmen der Sonderausstellung „Hamburg ins Gesicht geschaut“ dazu auf, Porträts zu zeichnen. Eine Sneak-Preview der Bilder findet sich unter #PaintMuseum auf Instagram.



Wer wie die Burg Posterstein (analoge) Pastellzeichenkurse zur aktuellen "Friedrich Mascher" Ausstellung anbietet, fotografiert die Ergebnisse einfach ab und postet sie unter unserem verbindlichen Hashtag #PaintMuseum selbt auf Instagram, Facebook oder Twitter.

Statt mit Papier und Bleistift oder Leinwand und Palette können die Malkurse aber natürlich auch tatsächlich mit einem digitalen devices - also  Tablets oder Smartphones - durchgeführt werden. Welche Apps sich hierfür gut eignen und wie sie funktionieren findet ihr in verschiedenen hier bereits publizierten Blogbeiträgen.

Mit der App Infinite Paint beispielsweise lässt sich etwa (ganz kleckerfrei) Aquarell- oder Ölmalerei simulieren, wodurch eine intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Maltechniken möglich wird. Gruppen oder Schulklassen können mit konkreten Aufträgen, wie sie in unseren Vermittlungskonzepten skizziert sind, in die Ausstellung entlassen werden und so spielerisch zu einer genauen Betrachtung der Objekte geführt werden. Auch eine verstärkte inhaltliche Auseinandersetzung wird zum Beispiel beim Anfertigen einer "Funktionsskizze", in die Hintergrundinfos oder eigene Gedanken eingetragen werden, gefördert.

In einigen Museen hat man das Potential des digitalen Malens schon länger für sich entdeckt. So hat zum Beispiel das MoMA in New York eine eigene App entwickelt, mit der sich die Besucher künstlerisch mit der Sammlung auseinandersetzen und sogar Soundcollagen erstellen können.

Eine noch unmittelbarere Malerfahrung ermöglicht das Kröller-Müller Museum in den Niederlanden, denn hier gibt es ein eigens angefertigtes, übergroßes Tablet in Form einer Staffelei, auf dem die Besucher die Kunstwerke im Museum digital nachahmen und umgestalten, aber auch der eigenen Kreativität freien Lauf lassen können.




Helen Schleicher